Wer auf dem Dorf großgeworden ist kennt sie – die Langeweile, die sich als Heranwachsender aufgrund fehlender Freizeitmöglichkeiten breit macht. Die Lösung: mit seinen Freunden Mutproben bestreiten. Oftmals sind dies recht törichte Aktionen. Doch bei Stefanie Dassler führte sie zu einer neuen Leidenschaft – und ihrer heutigen Berufung: Seit 2017 sorgt sie mit Reiki und Massagen für die nötige Entspannung.

„Wir hatten damals eine Geistliche im Dorf, die als Medium galt. Mit 18 war es meine Mutprobe, sie zu besuchen. Die Frau prophezeite mir, dass ich irgendwann mit dem Thema Spiritualität in Verbindung kommen und mit meinen Händen arbeiten würde“, erzählt Steffi. Zunächst glaubte sie ihr nicht. Doch die Geistliche sollte Recht behalten: Ein paar Jahre später bekam Steffi eine Reiki-Anwendung geschenkt – eine Form des Handauflegens und der Energiearbeit als Einfluss auf die Gesundheit. Sie probierte es aus, und war sofort Feuer und Flamme.

Von der Erzieherin zur eigenen Massagepraxis

Doch bevor sie sich mit ihrer eigenen Praxis selbstständig machte, war es ein langer Weg. „Ursprünglich bin ich gelernte Erzieherin und habe lange Zeit im Hort gearbeitet“, erklärt die 42-Jährige. Zusätzlich hat sie eine Ausbildung zur Sport- und Gymnastiklehrerin absolviert und jobbte nebenbei in Fitnessstudios. Der Liebe wegen war sie zwischenzeitlich von Hamburg nach Hannover gezogen. „Als 2014 dann mein Sohn geboren wurde, konnte ich schlichtweg nicht mehr Vollzeit im Hort arbeiten“, erzählt Steffi.

Die Lösung: Sie machte eine Ausbildung zur Reiki-Meisterin. Für die junge Mutter genau das Richtige. 2017 beschloss sie, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Mit Erfolg: Es lief so gut, dass sie sich entschloss, eine eigene Praxis in der List zu eröffnen. Ihre Angebote: Massagen, Sporttherapie, Reiki und Aromatherapie. Doch als sie gerade so richtig durchstarten wollte, schlug das Schicksal gleich doppelt zu – positiv wie negativ: „Sechs Wochen nach der Praxiseröffnung wurde ich zum zweiten Mal schwanger. Und dann kam Corona.“

Seitdem hält Steffi von zu Hause aus ihr Unternehmen aufrecht, bietet online Fernreiki an, plant Anleitungen für Paarmassagen zu geben, hält Infoseminare zu ätherischen Ölen und arbeitet daran, weitere digitale Wege für ihre Angebote zu finden. Eine harte Zeit, doch Stefanie bleibt bei alledem positiv: „Ich bereue den Schritt in die Selbstständigkeit auf keinen Fall. Mit zwei Kindern genieße ich die Freiheit, die das das mit sich bringt. Eine Festanstellung könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen.“

„Man ist schon sowas wie ein Tresenmensch“

Und ganz davon ab würde sie auch die zahlreichen Anekdoten vermissen, die sie bei ihrer Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen erlebt: „Man ist schon sowas wie ein Tresenmensch, dem alle Geheimnisse anvertraut werden – ob man will oder nicht“, lacht sie. Beispiel gefällig? „Eine Person hatte eine Entspannungstherapie von ihrem Arzt verschrieben bekommen, allerdings überhaupt keine Lust darauf. Sie war die ganze Zeit nur am Schimpfen, dass die Therapie ja eh nichts bringen würde. Also habe ich um eine Flasche Wein gewettet, dass sie nach zehn Stunden bei mir einschlafen wird. Der Wein hat sehr gut geschmeckt.“  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgt uns auf Instagram!

Die Antwort von Instagram enthielt ungültige Daten.