Marion Hebeler ist temperamentvoll, quirlig, voller Energie. Ihr Job in der lebendigen Kommunikationsbranche schien wie für sie gemacht. Nach zehn Jahren dann der Wechsel: Zwischen Ausbildung zur Yogalehrerin und Schwangerschaft fällte die damals 38-Jährige die Entscheidung, ihren sicheren Job in einer Content-Marketing-Agentur zu kündigen und den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Wie sie heute mit ihren Yogakursen für Ruhe und Entspannung sorgt, hat sie uns erzählt.


Manche ziehen der Liebe wegen in eine andere Stadt. Marion zog in eine andere Stadt und fand die große Liebe – und das in zweifacher Hinsicht. „2012 bin ich wegen eines Jobwechsels von Hamburg nach Hannover gezogen und habe einen Ausgleich nach Feierabend gesucht. Eine Kollegin hat mir dann eine Yogaschule empfohlen. Ein Jahr lang habe ich dort in einen aktiven Yogastil geübt, bis ich schließlich auch Yin Yoga ausprobiert habe. Diese sehr ruhige Yogaart hat mein Gedankenkarussell endlich mal zum Stillstand gebracht. Liebe ab der ersten Stunde sozusagen“, erzählt Marion.

Der Neuanfang

Und diese Liebe entwickelte sich: Nach und nach kamen weitere Stile hinzu, die Urlaube wurden mit Yoga-Retreats verbracht, und 2015 stieß Marion schließlich auf das Angebot einer Schule, selbst eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen. Sie meldete sich an. „Damals war ich mir allerdings noch nicht sicher, wohin die Reise geht. Will ich wirklich aus der Kommunikationsbranche raus? Oder beides parallel laufen lassen? Und passt das alles zu meiner privaten Planung?“, erzählt sie.

Denn auch hier hatte das Schicksal zwischenzeitlich zugeschlagen: Mit Ehemann Dominik hatte Marion eine weitere große Liebe gefunden – und wurde mitten in der Yogaausbildung schwanger. Für ihre Entscheidung zur Selbstständigkeit war das das Zünglein an der Waage. Statt Festanstellung wollte sie lieber ihr eigenes Ding machen. Also machte sie.

Yoga während Corona

Ein paar Zusatzausbildungen und angemietete Kursräume später unterrichtet Marion heute Hatha Yoga, Yin Yoga und Yoga für Schwangere und mit Baby. „Aktuell nutze ich die Räume coronabedingt natürlich nicht, sondern habe im März 2020 auf Onlinekurse umgestellt“, erzählt sie. Nicht nur aus technischer Sicht eine ziemliche Herausforderung. „Auch für mich persönlich war es zunächst komisch, in einem leeren Raum vor der Kamera zu stehen. Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und auch die meisten TeilnehmerInnen haben die digitale Lösung gut angenommen. Für die Kurse habe ich mir sogar extra ein eigenes Arbeitszimmer zu Hause eingerichtet.“ Perfekt, um Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wenn Marion ihre Kurse gibt, passt Dominik auf den gemeinsamen Sohn auf, den „Bürokram“ erledigt sie bequem von zu Hause und hat noch genug Zeit für ausgiebige Duplo-Lego-Runden im langen Lockdownalltag.

Und finanziell? „Im Moment bin ich froh, Rücklagen zu haben und muss gelegentlich darauf zurückgreifen“, berichtet Marion. „Aber die Teilnehmerzahl wächst – trotz Corona – weiter. Ich bin optimistisch, dass bald ein kleines Gehalt am Monatsende übrigbleibt. Aber es braucht einen langen Atem.”

Wie es nach dem Lockdown weitergeht? Wir werden sehen. Die Onlinekurse sollen auf jeden Fall weiterlaufen. Aber es wird in irgendeiner Form auch wieder Vor-Ort-Kurse geben. Kein Stillstand also für Marion – aber das wäre auch einfach nicht ihrs. Immerhin lautet ihre Devise: „Mein Yogaangebot kann jetzt parallel mit meinem Sohn wachsen.“  

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