Feminismus? Da denken viele gleich an Alice Schwarzer, Haare unter den Armen und Bio-Sandalen. Ja ok, die trägt Lisa auch – aber nur wenn sie zum Style passen. Sonst lebt die 36-jährige Emanzipation anders. „Feminismus wird leider häufig als Schimpfwort wahrgenommen“, stellt Lisa fest. „Dabei ist doch am Ende jeder ein Feminist, der die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern befürwortet – das können auch Männer sein.“ Und genau hier knüpft ihr Online-Magazin an.

Die gebürtige Sauerländerin kam 2011 via Germanistik-Studium in Münster nach Hannover und startete kurze Zeit später ein Volontariat als Redakteurin für Handarbeitsmagazine. Nur zwei Jahre später übernahm sie die Redaktionsleitung. Stricken und Häkeln gehören seitdem fest in ihr Leben. Sie kocht auch gern. Lisas Lebensstil macht deutlich: Feministin zu sein bedeutet nicht unweigerlich, sich von der Gesellschaft als „typische“ Frauentätigkeiten angesehenen Tätigkeiten krampfhaft zu verweigern. Eher die bestehenden Verhältnisse und Rollen zu hinterfragen. Da spielt auch ihre eigene Lebensgeschichte eine Rolle.

Sie war 34 Jahre alt, als sie ihren festen Job kündigte, um sich als Redakteurin selbstständig zu machen. Ein Alter, in dem andere sesshaft werden, ein Kind erwarten und eine Familie gründen – wenn nicht schon längst geschehen. Nicht Lisa. Stellt euch vor: Sie lebt sogar seit fast acht Jahren in einer festen Partnerschaft und hat es bisher noch nicht in Erwägung gezogen zu heiraten. Spätestens jetzt bekommen viele Schnappatmungen. „Ich bin ehrlicherweise etwas müde davon, Fragen in Richtung Kinder, Heiraten und Familie zu beantworten, dabei habe ich mich bewusst für einen anderen Weg entschieden“, sagt sie. „Die Gesellschaft hält sehr an klassischen Lebensmodellen und Denkweisen fest, dabei sieht die Realität anders aus. Da gibt es viel Redebedarf“. Die Geburtsstunde ihres digitalen Babys.

Warum verstecken wir einen Tampon auf dem Weg zum Klo? Wieso muss man als Frau über 30 zwangsläufig ans Kinderkriegen denken? Was rechtfertigt die Tatsache, dass Männer in vielen Branchen bei gleicher Arbeit noch immer besser bezahlt werden als Frauen? Dinge, die wir durch unseren Alltag schleifen, aber häufig nicht großartig hinterfragen. Tabuthemen, die viele Frauen sonst mit sich alleine ausmachen müssen. Damit ist jetzt Schluss.

„Es geht mir nicht darum, der Männerwelt den Kampf anzusagen“, erklärt Lisa. „Ich will starke Frauen ermutigen ihre Erfahrungen zu teilen und ihnen eine Stimme geben.“ Aber auch Männer sind herzlich eingeladen, sich auf „This is a Fem´s World“ mit vermeintlichen Frauenproblemen auseinanderzusetzen, die in Wirklichkeit auch sie selbst betreffen. Oder muss es 2021 wirklich noch peinlich sein, der Partnerin Tampons vom Supermarkt mitzubringen?

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