Can Lewandowski war mal Bänker, dann studierte er Wirtschaftswissenschaften und heute? Heute ist er Co-Founder der nachhaltigen Startups Avoidwaste und Crafting Future. Die Unternehmen vertreiben nachhaltige Produkte, um Müll zu vermeiden und den Wertstoffkreislauf nach vorne zu bringen. Sowohl an Privatkunden als auch Unternehmen. Mittlerweile auch mit einer Reihe von eigenen Artikeln. Und das in Hannover? Can führte lange eine On-Off-Beziehung mit der Stadt. Was ihn schließlich zum Bleiben veranlasst hat, erzählt er uns im Havfen.

„Drei Dinge waren es, die mich hier hielten: Erstens das damals kleine Startup mit meinem Co-Founder Jan, zweitens der Hafven und drittens zwei gute Freunde“, erinnert sich Can, nur um kurz darauf nachzuschieben: „und Hannovers Grünflächen, also eigentlich sogar vier Gründe“.

Aber von Anfang an: Nicht ganz zufrieden mit seinem Job als Bänker in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein, benötigte es für Can nur noch die Beschimpfung als „Bankster“ durch einen Kunden, um eine Entscheidung zu fällen. Aber anstatt sich gegen das Wirtschaftssystem zu stellen, entschloss er sich, es von innen heraus zu verbessern. Für das Wirtschaftswissenschaften-Studium zog er nach Hannover und verliebte sich im ersten Jahr sehr in die Stadt. Aber wie in jeder Beziehung war die Honeymoon-Phase bald vorbei. Can wollte mehr. „Ich war schon immer flügge“, weiß der heute 32-jährige.

Als Student ging er nach Indien, beschäftigte sich mit Veganismus und Minimalismus und ließ sich den Bart lang wachsen. Er passte einfach nicht in die Schublade der Wirtschaftsstudierenden. Aber er traf seinen Kommilitonen Jan, zu dem er schon früh eine besondere Bindung spürte. Immer wieder kam die Idee auf, gemeinsam „einen Impact“ zu hinterlassen, für die Umsetzung fehlte noch der letzte Schliff.  So fuhr er erstmal nach dem Studium mit dem Fahrrad nach Istanbul, um einen Teil seiner Wurzeln zu entdecken. Zurück in Deutschland arbeitete er im Gastrobereich, als Kochlehrer an der Volkshochschule und bereiste als Foodblogger für eine Hamburger Agentur die Welt.

2017 war es dann so weit: Can und Jan fingen einfach an, stellten nebenberuflich ihr Startup auf die Beine, um den positiven „Impact“ zu hinterlassen. Sie entschieden sich für Ihre Idee, gegen die alten Jobs und für Hannover.

Heute haben die beiden zehn Mitarbeitende, sowie feste Partner und Investoren. Voller Stolz zeigt Can das neuste Produkt: eine Seifensdose zur Aufbewahrung und zum Transport fester Seifen. Aus Zuckerrohr, sogenanntem Bioplastik, die Avoidwaste als erstes Produkt von Anfang bis Ende selbst erstellt hat. „Die Seifenschale hat einen geringeren ökologischen Fußabdruck als fünf Minuten duschen“, freut er sich. Der nächste Schritt? In die Forschung gehen und mit dem Team wachsen.

Mittlerweile ist Can fest mit Hannover verankert. Hier kann er sein, wie er möchte. Nur einen Appell hat der bekennende Foodie noch an die hannoversche Gastroszene: ein vielfältigeres Essensangebot!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgt uns auf Instagram!

Instagram hat keinen Statuscode 200 zurückgegeben.