Seit Heidi Seksts denken kann, ist sie Mitglied in einem Kanuverein, zunächst beim RSV Hannover, später bei der KG List. Dort wächst sie als Teil einer Gemeinschaft inmitten vieler Kinder im gleichen Alter auf. Von Butzen bauen auf dem Gelände über gemeinsame Abende im Bootshaus bis zu den ersten Anfängen im Kanupolo. Bis heute ist ein Großteil der damaligen Gruppe von Kindern dem Kanusport eng verbunden geblieben. Das hat Heidi geprägt. So sehr, dass sie heute auch beruflich sportlich unterwegs ist: In der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung betreut sie vor allem Sportvereine und deren Projekte. Warum das für Heidi eine Herzensaufgabe ist, erzählt sie uns bei Nieselregen und Nebel am Mittellandkanal.

Die heute 31-jährige verbringt seit jeher jede freie Minute mit dem Sport, auch Basketball und Handball kommen neben dem Wassersport dazu, um auch im Winter Bälle werfen zu können. Schon früh setzt sie sich für die Jugendarbeit ein, mit 14 übernimmt sie das erste Nachwuchsteam beim RSV, später folgen weitere Aufgaben mit immer mehr Verantwortung, sogar das Amt als zweite Vorsitzende bei der KG List – insgesamt fünf Jahre lang. Und wie in jeder guten Geschichte darf auch die Liebe nicht fehlen: Ihr privates Glück findet sie vor dreizehn Jahren, natürlich im Kanuverein.

Doch das Leben besteht nun mal nicht nur aus Sport und Freizeit. „Was mache ich eigentlich jetzt?“, musste sich Heidi nach ihrem Sportabitur also fragen. Sie spielte zwar Kanupolo in der Bundesliga, nur war das keine nachhaltige Karriereaussicht. Bloß kein langweiliger Schreibtischjob, war die Voraussetzung. Und: Der Job muss mit dem Sport vereinbar sein. So begann sie ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sportverein in Döhren. Hier konnte sie vormittags ihr Wissen aus dem Vereinsleben in der Geschäftsstelle einbringen und nachmittags im Turntraining für Kinder mit ihrer Trainererfahrung glänzen. Durch Zufall entdeckte sie in einem Turnermagazin dann eine Ausbildungsstelle vom Niedersächsischen Turner -Bund (NTB) zur Sport- und Fitnesskauffrau. Darunter konnte sich Heidi zwar nichts Richtiges vorstellen, aber warum sollte sie es nicht versuchen? Die drei Jahre Ausbildung vergingen wie im Flug und weder sie noch der NTB wollten sich im Anschluss voneinander trennen. Nur leider war keine Stelle für sie frei.

Wieder kam die alt bekannte Frage: Was mache ich eigentlich jetzt? „Bewerbungen schreiben“ lautete die Antwort des Arbeitsamtes. Von ihrem Betreuer wurde Heidi auf die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung (LSS) hingewiesen. Die Stiftung fördert Sport- und Integrationsprojekte und bietet eigene Förderprogramme an. Eine Initiativbewerbung und zwei Wochen später wurde sie zunächst für vier Monate als Krankheitsvertretung eingestellt. Aus den vier Monaten sind mittlerweile über sieben Jahre geworden. „Ich habe meinen Traumjob gefunden, denn so kann ich Vereine unterstützen die, in meinen Augen, einen wichtigen Teil für unsere Gesellschaft leisten.“

Und wie laufen Sport und Arbeit während der Pandemie? „Ich konnte die Pandemie für mich ideal nutzen, denn Mannschaftssport war zunächst nicht mehr erlaubt, so fiel der Absprung aus dem Leistungssport sehr viel leichter.“ Denn Heidi haben zehn Jahre in der Bundesliga ausgereicht. In den letzten Monaten konnte sie sich auf neue Hobbys einlassen: Klettern, Wandern oder Rennrad Fahren. Das lässt sich auch gut mit dem Homeoffice verbinden. „Nun bin ich zwar doch in einem Bürojob gelandet, aber eben für eine richtig gute und wichtige Sache“, ist sich Heidi sicher.

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