Rike Winterberg hatte bereits als kleines Kind den Traum einen eigenen Laden zu eröffnen – viele Jahre später wurde er mehrfach Wirklichkeit. Wie sie es als Modedesignerin zur Pionierin in Sachen nachhaltiger Brautmode geschafft hat, erzählte sie uns mit Maske und gebührendem Corona-Abstand.

„Irgendwas Kreatives“ wollte Rike studieren und wählte den Modedesign-Studiengang an der Hochschule Hannover. Rund 20 Jahre später betreibt sie ihr Brautmodengeschäft „elementar by Rike Winterberg“ in der Südstadt und bietet dort nachhaltige Brautmode an. Wie das funktioniert? Eigentlich ganz einfach: Die 45-jährige benutzt nur zertifizierte Bio-Baumwolle, kennt alle Lieferanten persönlich und wählt möglichst kurze Lieferwerge. Sie hat interne Prozesse möglichst nachhaltig umgestellt und ihre Kleider sind darauf ausgelegt, mehr als einmal getragen zu werden. Bräute aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen aufgrund des Designs und des Konzepts zu Rike.

Aber der Weg dahin war schwer: In den ersten Jahren nach ihrem Diplom durfte Rike ihre Mode-Kollektionen mit anderen Designerinnen in einem Atelier in der 4. Etage bei Galeria Kaufhof vertreiben, die Kosten deckte das zwar, wirklich leben konnte man davon aber nicht. Es mussten Nebenjobs her.

Rike ging auf viele Designmessen um festzustellen, dass ihre Kleider bei den Kundinnen sehr beliebt waren. So beliebt, dass sie gefragt wurde, ob die Kleider nicht auch in weiß, als Hochzeitskleid, lieferbar wären. Die Idee zur Brautmode-Kollektion war geboren.

2012, einige Jahre, einige Kollektionen und ein eigenes Geschäft in der Altstadt später, probierte Rike gerade die mitgebrachten Stoffproben eines Stoffhändlers aus, als sie plötzlich juckende Haut und einen Hustenanfall bekam. Irgendwas schien mit dem Stoff nicht zu stimmen. „Damit konnte ich meine Mitarbeiterinnen nicht arbeiten lassen und für die Bräute wäre es auch nicht angenehm zu tragen“, wusste sie sofort. Nach einiger Recherche war die Lösung gefunden: Biobaumwolle musste her. Heute ist es einfacher gesagt, als damals getan. Aber schließlich schaffte sie es doch. Die erste Bio-Kollektion mit Bio-Tüll und Bio-Spitze wurde ausgeweitet, sie zog mit dem Geschäft in die Osterstraße um und stellte ihre Kollektionen auf verschiedenen Messen vor.

Und heute? Die Nebenjobs sind längst passé, denn ihr Konzept kommt nicht nur bei den Bräuten an: Die VOX-Serie „Zwischen Tüll und Tränen“ hat sie mehrfach angefragt und darf seit ihrem Umzug in die Südstadt bei ihr drehen, „aber natürlich nur, wenn die Bräute damit einverstanden sind“. Und eins verrät uns Rike dazu noch: „So oft wird bei der Anprobe gar nicht geweint.“

Die Mutter von drei Kindern ist richtig stolz auf ihr hannöversches Familienunternehmen, bei dem ihr Papa die Geschäftsführung übernimmt, die eine Tochter für sie die Brautkleider modelt und die andere Tochter die Betreuung der Social Media-Kanäle übernimmt: „Das ist meine Berufung, das macht mir Spaß, da brauche ich nicht mal ein weiteres Hobby.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgt uns auf Instagram!

Die Antwort von Instagram enthielt ungültige Daten.