Sonne, Strand und Easy Living: Vom Fernweh gepackt zog es Joachim Klein und seine Frau Stephanie 2007 nach Australien. Als sie fünf Jahre später mit ihrem ersten Sohn im Gepäck zurück nach Deutschland kamen, vermissten sie nicht nur das entspannte Miteinander – sondern auch die australische Kaffeekultur. So reifte die Idee eines eigenen Cafés in der neuen Heimat Hannover.

Ausschlaggebend für den Rückzug in den deutschen Norden war die Familie. Die Kleins, heute Eltern von drei Söhnen, wollten ihren Kindern die Chance auf ein Leben mit den Großeltern ermöglichen. Hannover war dazu bestens geeignet. Von hier aus arbeitete Joachim weiterhin aus dem Homeoffice für einen australischen Reiseveranstalter. Aber wie das eben mit dem Homeoffice unter Zeitverschiebung so ist: Es ließ sich nicht wirklich gut mit dem Familienalltag vereinbaren. So reifte in ihm die Idee zur Selbstständigkeit mit einem eigenen Café. Schnell zerplatzte dieser Traum: „Die horrenden Mieten, Langzeitinvestitionen und letztlich auch die Ungewissheit über den Erfolg waren einfach eine Nummer zu groß für mich“, sagt Joachim. Trotzdem ließ ihn der Gedanke nicht los. Er feilte an seiner Idee und entwickelte das Konzept für ein Bauwagen-Café. Damit konnte er die Vorzüge einer mobilen Cafébar mit denen eines festen Cafés verbinden: er war ortsunabhängig und konnte trotzdem Innen-Sitzplätze anbieten.

Das Problem der Miete, regelmäßiger Öffnungszeiten und teurer Einrichtungen war damit gelöst. Aber ein Bauwagen? „Ich wollte, dass mein mobiles Café ein Hingucker ist“, beschreibt der 43-Jährige. Mit Ehefrau und Architektin Stefanie hatte er eine kreative Expertin an seiner Seite, die den Bauwagen konzipierte und auch die Umsetzung begleitete. 2014 bestellten die Kleins ihren Bauwagen. Ein Jahr, viele Behördengänge und graue Haare später stand Joachim endlich auf seinem ersten Markt in Döhren. Heute treffen sich Marktgänger und Freunde an fünf Tagen in der Woche in und vor seinem Bauwagen: auf dem Lindener Marktplatz, dem Lister Moltkeplatz und der Lister Meile sowie auf dem Stephansplatz in der Südstadt. Dazu kann man Joachim auch für Events und Veranstaltungen buchen – mittlerweile hat er verschiedene mobile Cafébars im Angebot und in der Hannover Kaffeeszene einen Kultstatus! Und das nicht nur wegen des guten Kaffees, übrigens konsequent bio, sondern auch wegen seiner entspannten und sympathischen Art. Er hat scheinbar viel Aussie-Feeling aufgesaugt: „In Australien interessieren sich die Menschen für dich als Person. Sie fragen: Hey, was machst du – und meinen definitiv nicht Job und Karriere.“ Für Deutsche dreht sich viel um berufliche Leistung, finanzielle Sicherheit, Erfolg. Das ist dem Barista oft zu oberflächlich.

Dennoch ist Hannover seine Heimat geworden. „Unsere Kinder wachsen hier auf, wir sind als Familie angekommen und fühlen uns rundum wohl“, beschreibt er. Und das Meer ist von hier aus auch schnell zu erreichen – wenn auch „nur“ die Nordsee und nicht der Pazifische oder Indische Ozean …

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