Kaiserschmarrn, Skilifte und Wiener Schmäh: Millionen Deutsche pilgern jedes Jahr zu unseren österreichischen Nachbarn und beneiden sie um ihre verwunschenen Winterlandschaften. Lisa Gremsl ging den anderen Weg: Der Liebe wegen zog sie vor drei Jahren zu uns in den hohen Norden und arbeitet als Product Owner bei LYNQTECH. Wie sie beim Wandern im Deister vergeblich die Berge suchte, erzählt sie uns im Interview.

Hannover hatte Lisa ganz sicher nicht auf dem Zettel, als sie nach Abschluss an der Tourismusschule 2011 gemeinsam mit einer Freundin in die Schweiz ging. Nach einem Jahr am Zürichsee war der Wunsch nach Veränderung groß. Koffer gepackt, zurück nach Wien. Lisa schrieb sich an der Uni ein, studierte Internationale BWL und stieg danach in eine externe Unternehmensberatung ein bis … Bis sie 2016 ihre große Liebe kennenlernte. Über ein befreundetes deutsch-österreichisches Paar lernte Lisa ihren Freund David kennen. Bald darauf zog sie zu ihm nach Hannover. „Zu Beginn habe ich nur am Wochenende in Hannover gelebt und bin werktags zu den Projekten gependelt – erst nach Wien, dann nach Frankfurt am Main“, sagt Lisa.

Mit einem Jobangebot bei Enercity hatte das Pendeln im Sommer 2019 ein Ende. Mittlerweile ist sie Product Owner bei LYNQTECH, einer erst kürzlich gegründeten Tochter von Enercity. „Mit der LYNQTECH-Plattform bieten wir unseren Kunden perfekte Lösungen für den Energievertrieb der Zukunft.“ Ihre Aufgabe in den Räumen an der Vahrenwalder Straße ist es, das Produkt und die Arbeit des Teams im Blick zu behalten. Wenn die 28-Jährige von ihren Kollegen spricht, kommt sie regelrecht ins Schwärmen: „Wir sind als Team enorm gewachsen und sind gespannt auf die Zukunft – denn wir haben Großes vor!“. Am meisten profitiere ihr Team davon, dass sie allesamt Erfahrungen aus unterschiedlichen Projekten einbringen und die Wertschätzung untereinander ganz groß geschrieben wird.

Lisa ist also nicht nur privat, sondern auch beruflich in Hannover angekommen. Sie wohnt direkt an der Ihme in Linden und fühlt sich unheimlich wohl. „Ich bin so gern am Maschsee und finde generell, dass man hier schnell raus aus der Stadt und im Grünen ist.“ Als Österreicherin vermisst sie vor allem die Berge, deshalb sind Touren durch den Harz ein absolutes Muss. Bei ihrem ersten Ausflug zum Deister hingegen war sie etwas verwirrt: „Es hieß, wir gehen wandern. Vor Ort habe ich mich aber gefragt: Wo sind denn hier die Berge?“

Für Fragezeichen sorgte aber nicht nur die unterschiedliche Definition von Bergen. Im Alltag konnte Lisa in den vergangenen vier Jahren ihrer deutsch-österreichischen Beziehung viele kulturelle und sprachliche Unterschiede feststellen. „Meinen steirischen Dialekt habe ich natürlich beibehalten, aber mein Partner und meine Freunde verstehen mittlerweile alles“, sagt sie. Anders sei es beispielsweise beim Einkaufen, wo es in der Vergangenheit auch mal zu Missverständnissen kam: „Beim Fleischer bestelle ich inzwischen nur noch in Gramm und nicht, wie in meiner Heimat üblich, in Dekagramm. Und auch beim Bäcker kaufe ich keine Weckerl mehr, sondern einfach Brötchen“, lacht sie.


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