Michael Möhle ist 33, verlobt, hat einen festen Job und lebt am Stadtrand von Hannover in seinem Eigenheim. Ein solides Leben. Dass sich bei ihm am Ende immer alles zum Guten wendet, hat vor allem mit seiner positiven Einstellung zu tun. Erfahrt, warum auch der Griff ins Klo hierbei eine Rolle spielt. 

Damals abgestempelt von den Lehrern, weil er durchs allgemeine Raster fiel, wurde Michael auf die Schule für Lernhilfe geschickt. Ein Tiefschlag, für den er sich lange schämte. Aber statt den Kopf in den Sand zu stecken, arbeitete er sich Schritt für Schritt vor: erweiterter Realschulabschluss, höhere Handelsschule, Grundwehrdienst, Ausbildung, Meisterschule und Betriebswirt des Handwerks. 

Was nun? „Als mein Opa mitbekam, dass ich nicht weiß, was ich lernen soll, sagte er: Geschissen wird immer. Mach etwas im Bereich Gas, Wasser, Scheiße. Das ist ein sicherer Job“, erzählt Michael schmunzelnd. „Also machte ich eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik.“

Dass dazu viel mehr gehört, als nur der Griff ins Klo, stellte der Hannoveraner schnell fest. „Der Job ist sehr vielseitig: man muss handwerklich geschickt sein, darf kreativ werden und hat gleichzeitig mit Menschen zu tun“, erklärt er. 2015 fing der Monteur schließlich bei der Günter Mischke GmbH an. Doch schon ein halbes Jahr später ein tragischer Unfall: Michael wird auf der Autobahn mit seinem Motorrad von einem Auto in die Leitplanke gedrückt – Brüche, Prellungen, Schürfwunden. Die Verletzungen zogen ihn lange Zeit aus dem Verkehr. Zurück in seinen Beruf als Monteur kann er mit seiner Schulterverletzung nicht mehr. Doch Michael einfach fallen lassen? Das wollte sein Arbeitgeber nicht, deshalb bot ihm die Geschäftsführung einen Job im Büro an. Gesagt. Getan.

Seitdem ist er als Installateur und Heizungsbaumeister für das Angebots- und Rechnungswesen, sowie für die Beratung von Privatkunden und Hausverwaltungen zuständig und betreut als Lehrlingsbeauftragter die Nachwuchskräfte im Betrieb. Damit ist er bei Mischke nicht mehr weg zu denken. Inzwischen könnte er zwar selbst wieder Rohre verlegen und Gasgeräte montieren, aber damit hat er abgeschlossen. „Ich bin froh, im Büro zu arbeiten, auch wenn die Arbeit auf der Baustelle großen Spaß macht.

So auch die vergangenen anderthalb Jahre: Michael hat das Mehrgenerationenhaus seiner Familie in Alt-Laatzen komplett saniert. Jeden Tag nach der Arbeit stand er bis 22 Uhr auf dem Bau, damit das neue Familiennest perfekt wird. 2019 kam Sohn Leo auf die Welt, vor wenigen Monaten machte er Freundin Lisa einen Heiratsantrag. „Den zweiten“, verrät er. „Wir haben bereits im Kindergarten geheiratet.“ Dann war Lisas Familie weggezogen, sie hatten sich aus den Augen verloren. Aber es wäre nicht Michaels Leben, wenn die Geschichte hier bereits zu Ende wäre …

Nach 18 Jahren treffen sich die beiden wieder, werden ein Paar und planen heute ihre Hochzeit. „Mein Glück ist perfekt“, freut sich Michael. „Und es zeigt sich wieder einmal: Man muss nur dran glauben, dann wendet sich am Ende alles zum Guten.“

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