Einen Tag war es gerade her, da hatte Friederike Rahlfes ihre Prüfung zur staatlich anerkannten Floristmeisterin bestanden, als sie das Schild im Schaufenster sah: Räumungsverkauf! Sie ging in das Geschäft an der Marienstraße und unterschrieb den Mietvertrag. Keine Standortanalyse, keine Konzept, keine Kreditzusage. Das war die Geburtsstunde von Milles Fleurs.

Eigentlich hätte damals alles so einfach sein können: Rieke sollte in die Fußstapfen ihrer Mutter treten, direkt nach der Schule eine Ausbildung zur Floristin machen und dann das Blumengeschäft der Familie übernehmen. Aber die damals 15-jährige hat ihren eigenen Kopf, rebelliert gegen die Pläne der Eltern und macht ihr eigenes Ding.

Zunächst ein einjähriges Berufsgrundschuljahr, bevor sie mit der Lehre zur Raumausstatterin starten konnte. Die dreijährige Ausbildung schloss sie als Jahrgangsbeste ab, war gut in ihrem Job, dann gab es einen Bruch. „Ich hatte daran zu knabbern, dass ich bei der landesweiten Prüfung nur Zweite wurde und kurz danach machte ich bei einem Auftrag für meinen Chef einen Fehler“, erinnert sich Rieke. „An sich nichts Wildes. Aber für meine perfektionistische Denkweise und mein damals junges Wesen zu viel.“

Vom einen auf den anderen Tag schmiss sie alles hin und stand im Blumenladen ihrer Mutter: „Mama, ich mache jetzt eine Ausbildung bei dir“, hatte sie gesagt. Die Herausforderung: Noch immer wollte sich der Dickkopf von nichts und niemanden etwas sagen lassen. Lieber hatte sie sich selbst alles beigebracht und angelesen. Und wieder gab ihr der Erfolg recht: Heute hat Rieke mit Milles Fleurs einen der bekanntesten Blumenläden in Hannover – vor allem, weil die Sträuße anders sind, einzigartig, ein bisschen eigen und doch neigen sie immer dazu, perfekt zu sein. Ganz wie Rieke. Ihre Arbeit wandelt zwischen Handwerk und Kunst und ist auf großen Events wie der Hannover Messe, zahlreichen Hochzeiten, aber auch in den Wohnzimmern der Hannoveraner zu bewundern. „Es war harte Arbeit bis hier her, aber ich muss sagen: Ich hatte auch immer ein bisschen Glück“, schmunzelt die heute zweifache Mutter. „Ich hoffe sehr, dass die Corona-Zeit bald überstanden ist und die Events und Hochzeiten schnell wieder stattfinden, damit ich mein Geschäft über Wasser halten kann.“

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