Ihren Traumjob – nicht weniger hat Katharina Müller-Msuya (32) am Klinikum Großburgwedel gefunden. Dabei begann ihre berufliche Laufbahn mit einer Enttäuschung: Nach der Schule kassierte sie Absagen für den Pflegeberuf und machte eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation.

Aber nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für irgendetwas gut wäre: „Erfahrungen aus dieser Zeit helfen mir heute bei organisatorischen Fragen“, sagt sie. Doch der Traum von einer Aufgabe in der Pflege ließ Katharina nie los. Sie erwarb die Fachhochschulreife und startete 2009 als Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Parallel nahm sie ein Studium in Pflegemanagement auf. 2015 wechselte sie dann an den Standort Burgwedel des Klinikums Region Hannover, 2018 übernahm sie die Funktion der Pflegedienstleiterin. Seitdem organisiert sie das laufende Geschäft am Standort. In der Aufgabe verbinden sich ihre Talente und Leidenschaften: organisieren, anpacken, helfen.

In Burgwedel schätzt sie die kollegiale Atmosphäre und die überschaubaren Strukturen. „Ich bin in Meyenfeld aufgewachsen, einem kleinen Stadtteil von Garbsen. Großstadt brauchte ich nicht unbedingt.“ Das Land-Idyll sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Katharinas Job alles andere als langweilig ist. „Dienstpläne prüfen und genehmigen, mit Mitarbeitern und Führungskräften kommunizieren, Probleme lösen – wirklich kein Tag ist wie der andere“, sagt die 32-Jährige. Sicherlich sei manchmal Kreativität gefragt, um Lücken im Dienstplan zu schließen. Doch als größte Herausforderung empfindet sie es, Nachwuchs zu finden. Deshalb wirbt sie unermüdlich für die Pflege, denn: „Das Dankeschön eines kranken Menschen für unsere Hilfe ist unbezahlbar.“ Sie erinnert sich noch gut an eine Situation während ihrer Ausbildung, als in buchstäblich letzter Minute für eine junge Frau eine passende Spender-Leber verfügbar war. Spätestens da wurde ihr bewusst: Dieser Beruf kann dir viel geben.

Katharina ist allerdings zu sehr Realistin, um Probleme komplett auszublenden. „Der Applaus für uns im Corona-Lockdown war schön, aber die Politik muss das Gesundheitssystem verändern. Manchmal kämpfst du gegen Windmühlen, aber meistens habe ich das Gefühl, Gutes für unsere Patienten und Mitarbeiter zu erreichen. Das zählt.“ Besonders wichtig ist es ihr, Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zur Weiterbildung eröffnen: „Wir haben eigentlich noch nie Weiterbildungswünsche abgelehnt und immer Wege gefunden“.

Sie selbst profitierte von zwei Sonderurlauben, um Entwicklungshilfe in Tansania zu leisten. Die Erfahrungen im Haydom-Lutheran-Krankenhaus bei Arusha möchte sie nicht missen: „Man lernt, Gesundheit an sich und für uns alltägliche Dinge wie die große Auswahl im Supermarkt als sehr hohe Güter zu schätzen.“ In ihrer Freizeit kümmert sich Katharina ehrenamtlich für den Verein „Haydom-Friends e.V.“ um Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Die „Haydom-Friends“ engagieren sich für Kinder, die mit Fehlbildungen auf die Welt gekommen sind. So ist Tansania nicht nur eine Art Lebensthema für Katharina geworden – auch ihr privates Glück hat sie in Ostafrika gefunden. Denn ihr Mann Benson engagiert sich ebenfalls in der Entwicklungshilfe. Als Tour-Operator für Safaris, Bergwanderungen und Strandurlaube bringt er Touristen Natur und Tierwelt seiner Heimat nahe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgt uns auf Instagram!

Instagram hat keinen Statuscode 200 zurückgegeben.