Schon auf dem Fragebogen des Future Days stand: Traumberuf Fußballtrainer. Vorbild: José Mourinho. Da war Leon Erler elf Jahre alt. Keine zwei Jahre Später übernahm er neben seinem eigenen Fußballer-Dasein sein erstes Co-Traineramt an. Mit 16 stieg er komplett als Trainer bei Jugendmannschaften ein, heute ist er U13-Trainer von Hannover 96 – hauptberuflich arbeitet er als Einkäufer für Infrastruktur bei der Deutschen Bahn AG.

Leon Erler ist erst 24 Jahre alt, aber bereits in seiner achten Saison als Cheftrainer. Immer an seiner Seite: Torben Bent. Seit seiner ersten Trainerstation arbeiten die beiden zusammen im jeweiligen Trainerstab. Kennengelernt haben sie sich schon als sie klein waren – natürlich auf dem Fußballfeld. Bei der Deutschen Bahn kümmert sich Leon um Themen wie Instandhaltung vom Schienennetz und Bahnsteige oder auch den Umbau des Hauptbahnhofs, der bis 2030 abgeschlossen sein soll.

Sein Arbeitgeber spielt bei seinem Traum vom Trainerberuf eine große Rolle, gibt dieser ihm doch die nötige Flexibilität, die er als Trainer braucht – für Trainerlizenzen, Trainings, Spiele, Seminare, Lehrgänge etc. Leon hat damit sozusagen die perfekte Work-Work-Balance gefunden. „Ich habe bei der Arbeit alle Freiheiten, die es mir leicht machen, mich um meine Fußballmannschaften zu kümmern“, betont er. „Mir machen beide Jobs großen Spaß. Aber klar, das mit dem Fußball ist ein Kindheitstraum. Das Ziel, mal Trainer im professionellen Bereich zu werden, ist durchaus da.“ Doch schätzt er das realistisch ein. „Das Geschäft ist nicht ganz einfach“, sagt er. Doch als Jugendtrainer im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 kann er reinschnuppern ins professionelle Geschäft. „Man lernt viele Leute kennen, die schon im Profi-Bereich aktiv sind oder waren. Das ist schon spannend“, so Leon.

Dennoch ist dies aber nicht das Wesentliche, was ihm am Fußball fasziniert. Es ist die Dynamik, die nur in der Gruppe, in der Gemeinschaft da ist – gerade im Jugendbereich. „Auch wenn es natürlich um Leistung geht, reden wir immer noch von Kindern, die sich nicht nur spielerisch verbessern, sondern sich auch menschlich weiterentwickeln sollen – und ja, auch einfach Spaß haben sollen“, sagt er. „In diesen Altersstufen zwischen 10 und 16 ist das genau das Interessante. Hier entstehen  tolle Gemeinschaften und Freundschaften – auch wenn die Entwicklung im Jugendfußball auch dahin geht, das früh Gelder fließen.“

Für Leons Leben scheint Hannovers Infrastruktur dabei wie gemalt. Denn die Zeit ist knapp mit beiden Jobs. Er wohnt in der List, ist schnell am neuen Bahngebäude am alten ZOB und im Nachwuchsleistungszentrum von 96 an der Eilenriede. „Es mag Zufall sein, aber in anderen Städten wäre das vielleicht nicht so problemlos möglich, alles unter den Hut zu kriegen“, sagt er. In Hannover passt es halt.

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