Eine Erdmännchenbande sitzt aufgeregt um ein Weihnachtsmobil aus Holz und schnuppert bereits die fette Beute: Mehlwürmer. Tierpflegerin Uschi Otto und ihre Kollegen aus dem Erlebnis-Zoo Hannover lassen sich für ihre Schützlinge immer etwas Besonderes einfallen – auch jetzt zu Weihnachten. Aber warum eigentlich?

„Wir wollen unsere Tiere möglichst artgerecht behandeln und ihnen Beschäftigungen geben. Das geht am bestem mit Futter“, erklärt Uschi. „An den Weihnachtstagen greifen wir das thematisch auf, damit auch unsere Besucher etwas davon haben.“ Und die Idee kommt gut an: Am Vormittag des 24. Dezember sind es vor allem Familienväter, die sich vor den Gehegen tummeln. Sie beobachten mit ihren Kindern das bunte Treiben, während zuhause die Bescherung vorbereitet wird.

Neben der Fütterung gehören die Versorgung, Betreuung sowie die Einrichtung und Pflege der Unterkünfte zu ihren Hauptaufgaben – insbesondere für den letzten Punkt muss man eine gewisse körperliche Fitness mitbringen. Tagtäglich bewegt die 59-Jährige kiloschwere Schubkarren voller Kot oder Heuballen von A nach B. Kein Problem für sie: „Ich mache regelmäßig Sport und stärke vor allem den Rücken“, erklärt sie. „Schließlich will ich meinen Traumjob bis zur Rente machen.“

Erdmännchen, Flusspferde, Antilopen und Zebras: Jeder ihrer Bewohner in Sambesi Nord hat spezielle Bedürfnisse – und Uschi kennt sie alle. 1983 hat sie ihre Ausbildung hier im Zoo begonnen. Seit über 20 Jahren ist sie für einen Teil der afrikanischen Tiere zuständig. Kein Zufall. Immerhin reist sie regelmäßig in die Region und beobachtet dort die Tiere in freier Wildbahn.

„Zuletzt war ich in Simbabwe. Traurig, was ich da erleben musste“, erzählt die Tierliebhaberin. „Die Zustände sind beängstigend. Durch die Dürre dort sterben viele Tiere, vor allem Elefantenbabys.“ Umso mehr freut sie sich nach ihren Reisen dann, ihre Schützlinge wieder umsorgen zu können. „Ich bin davon überzeugt, dass unsere Zootiere glücklich sind: Wenn man die Wahl hat, ob man jeden Tag ums Überleben kämpft oder in menschlicher Obhut lebt, liegt die Entscheidung glaube ich auf der Hand!“

Und wer Uschi mit ihren Tieren erlebt hat, gibt ihr Recht: Bei so viel Tierliebe geht einem das Herz auf – selbst bei winterlichen Temperaturen in Hannovers Steppe.

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