Werner Mannherz heißt der Initiator des Zahnmobils Hannover. Sein Name ist Programm. Denn dieser Mann hat ein riesengroßes Herz – vor allem für Menschen, denen es nicht so gut geht im Leben. Mit dem Zahnmobil hat der ehemalige Ingenieur eine komplett funktionsfähige Zahnarztpraxis auf Rädern erschaffen, die Obdachlosen und Bedürftigen in Hannover hilft, sie professionell behandelt, ihnen dabei auf Augenhöhe begegnet – und ihnen ein großes Stück Lebensqualität zurückgibt.

Bislang hat das Zahnmobil Hannover über 3000 Menschen aus 26 Ländern geholfen – und zwar genau dort, wo die sind, die Not leiden: Es fährt zu den Treffpunkten wie Mecki am Raschplatz, zu ambulanten und sozialen Einrichtungen, den Essensausgaben und Flüchtlingsunterkünften. Unterstützung erhält das Herzensprojekt von Werner Mannherz und seiner Frau Ingeburg von Kirchen, Krankenkassen, zahnärztlichen Verbänden, Unternehmen als auch Privatpersonen. Das Zahnmobil lebt hauptsächlich von Spenden und dem Engagement Freiwilliger.

Komplette Praxis auf sechs Quadratmetern

Werner Mannherz musste viele Klinken putzen gehen, als er 2012 mit seiner Frau – einer Zahnärztin und damit die erste Behandlerin beim Zahnmobil – die Idee zum Zahnmobil für Obdachlose und Bedürftige umsetzte. Eine komplette Zahnarztpraxis auf Rädern, genauer gesagt in einem ehemaligen Ambulanzfahrzeug, einzurichten, war keine Kleinigkeit: High-Tech-Geräte vom digitales Röntgen bis zu Monitoren, eine Ausstattung, die den Zulassungen entspricht und hochwertiges Material, das die hohen Anforderungen an Hygiene und Sicherheit erfüllen muss, musste auf exakt sechs Quadratmeter passen. Und ja: Das Zahnmobil ist ein Raumwunder, das Mannherz selbst konzipiert hat. Und was die Hygiene angeht, gibt es nun mal keine Kompromisse.

Alle Zahnärzte arbeiten ehrenamtlich in dem Zahnmobil. „Das Angebot an die Zahnärzte war immer: Schenkt einen halben Tag im Monat von eurer Zeit. Damit können wir viel erreichen“, so der 81-jährige, der die Verantwortung für das Zahnmobil mittlerweile aus Altersgründen an den Vorstand des gegründeten Fördervereins übergab, jetzt verantwortlich Dr. Dirk Ostermann. Mittlerweile sind es um die 30 Zahnärzte, die abwechselnd für die Sprechstunden im Zahnmobil bereitstehen. Manche kommen extra für einen halben Tag aus Goslar oder Werl in NRW.  

Freude und Dankbarkeit: Hilfe auf Augenhöhe

„Das Schönste ist, dass wir Menschen in Not wirklich helfen können, sofort und auf der Stelle, ohne Bürokratie“, erzählt Mannherz. „Genau deshalb behandeln diese engagierten Zahnärzte gerne auf dem Zahnmobil. Unsere erste Aufgabe ist es, Schmerzen zu beseitigen. Dann kommt die Weiterbehandlung, wie Zahn-Sanierung, Reparaturen und Prothesen.“ Die Freude der Menschen, denen das Zahnmobil helfen konnte, ist der Lohn der Arbeit. „Ich habe bei unseren Patienten nach der Behandlung ausnahmslos Freude und Dankbarkeit erlebt. Allein der persönliche Kontakt, wo es nicht um Gegenleistungen geht, verschafft eine große Vertrauensbasis“, sagt er. Anfangs gab es eine Absprache mit der Polizei um die Ecke, ein Notfall-Zeichen wurde vereinbart, wenn es mal ungemütlich werden sollte im Zahnmobil, jemand bedroht wird – immerhin sind viele Patienten drogenabhängig oder psychisch krank: „Wir haben dieses Signal in den ganzen Jahren nicht ein einziges Mal gebraucht“, sagt Mannherz mit einem Lächeln. Dieser Satz sagt für ihn alles: Er ist mit dem Zahnmobil zu den Menschen gekommen, vorurteilslos und mit großem Herzen auf sie zugegangen, ihnen voller Respekt und Humanität begegnet. Und genauso funktioniert‘s.

Wollt auch Ihr das Zahnmobil unterstützen?
Hier könnt Ihr spenden:
Förderverein Zahnmobil e.V.
Spendenkonto: IBAN DE97 2505 0180 0910 3221 12 bei der Sparkasse Hannover

www.zahnmobil-hannover.de

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