Alle Jahre wieder stehen Kinder mit ihrer Blockflöte unter dem heimischen Tannenbaum und quälen sich durch klassische Weihnachtslieder. Es geht aber auch anders. In der Integrativen Musikschule Hannover von Philipp Weiß bringen er und seine Kollegen sowohl Kids als auch Erwachsenen die Instrumente spielerisch bei und sorgen beim Lernen für sehr viel Spaß.

Doppelt klingt besser: Levke (9) spielt seit zwei Jahren Gitarre und freut sich über die Begleitung ihres Lehrers beim „Au clair de la lune“ – denn mit zwei Gitarren klingt das Stück gleich viel professioneller. Philipp ist zufrieden. „Wir wollen unsere Schüler motivieren und ihnen schnelle, praktische Lernerfolge bieten. Notenkenntnisse stehen bei uns erst an zweiter Stelle.“

Die Integrative Musikschule Hannover besteht bereits seit zehn Jahren. In der List und Nordstadt unterrichten zehn Lehrer nebenberuflich rund 190 Kinder und Erwachsene. Klavier, Schlagzeug und Gitarre liegen dabei besonders im Trend. Warum es eine „integrative“ Musikschule ist? „Bei uns gibt es Musikunterricht für alle“, erklärt der ausgebildete Sonderpädagoge und Förderschullehrer. „Uns geht es nicht darum, neue Mozarts heranzuzüchten, sondern darum, den Spaß am Musizieren für jeden zugänglich zu machen. Das Familiäre steht bei uns im Vordergrund.“  

Bei der Frage, ob es eigentlich auch total unmusikalische Menschen gibt, muss Philipp schmunzeln. „Wir setzen jedenfalls alles daran, ihnen ihr Wunschinstrument beizubringen. Ich habe für Schüler auch schon mal die Schlagzeugstöcke angemalt, damit ihnen die Richtungen rechts und links leichter fallen.“

Philipp hat sein musikalisches Talent von seinem Vater, erzählt er. „Mit zwölf ging es bei mir los und ich habe meine Jugend im Keller mit diversen Punkbands verbracht.“ Nach Hannover ist er zum Studium gezogen und der Liebe wegen hiergeblieben. Der Unterricht war für ihn zuerst nur eine Möglichkeit, um das Geld für die E-Drumms, die er sich damals zugelegt hatte, wieder reinzubekommen. Dann wurde daraus eine Leidenschaft. „Es ist wirklich toll, wenn man die Erfolgserlebnisse der Schüler miterlebt. Mittlerweile ist es mir aber auch wichtig, unsere Arbeit an die Öffentlichkeit zu tragen.“

Apropos: In der Musikschule wird regelmäßig gemeinsam musiziert und im Herbst fand die erste offene Jam Session statt. Wer Jingle Bells einmal in der Reggea-Version von Philipp hören möchte, sollte zum Adventstreffen am 30. November kommen.

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