IT-ler: Das sind diese Nerds, die im Unternehmen irgendwo im dunklen Keller sitzen und allein ihre Arbeit machen. Richtig? Denkste! „IT macht Schule“ ist eine Initiative des Vereins Technologie-Centren Niedersachsen, die mit dem Klischee eines IT-lers aufräumen will. Außerdem sollen mehr junge Menschen früh in Kontakt mit der Branche kommen, um gegen den Fachkräftemangel anzugehen. Carina Seliger ist neu im Team, aber steckt jetzt schon ihr ganzes Herzblut ins Projekt. Die Studentin ist der festen Überzeugung: „IT muss vor allem eines werden: weiblicher!“

Wir sind eingeladen zu einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Bildung, Politik und Wirtschaft über die Gewinnung von Nachwuchs für die IT in den Leinery Lofts. Dass der Einstieg in diese Branche keineswegs geplant laufen muss, dafür ist Carina Seliger selbst das beste Beispiel: „Hätte man mir zu Beginn meines Studiums vor drei Jahren gesagt, dass ich in der IT arbeite, hätte ich nur abgewunken.“ Die studierte Kommunikationsmanagerin ist Hannoveranerin und nach anderthalb Jahren des Masterstudiums in Stuttgart endlich wieder in ihrer Heimat. „Ich wollte unbedingt nach Hannover zurück.“ Was ein Glücksfall, dass sich hier ein Partner für die Betreuung ihrer Masterarbeit gefunden hat.

Gegen Klischees

Carina möchte erforschen, warum der Frauenanteil in der IT so gering ist, um gleichzeitig eine Strategie zu entwickeln, wie junge Mädchen angesprochen werden sollten, damit sie ein Schülerpraktikum in dieser Branche in Erwägung ziehen würden. „Die IT ist in der Außendarstellung immer noch durch Männer geprägt und auch mit hoher Komplexität belegt.“ Das soll sich ändern. So zeigte „IT macht Schule“ beispielsweise mit einem Stand auf dem Ideen-Boulevard des Maschseefestes anhand von VR-Brillen, was für großartige Dinge in diesem Bereich geschaffen werden. „Das baut Vorbehalte ab und viele Mädchen kamen interessiert auf uns zu“, erzählt Carina stolz. Und auch wenn Programmiersprachen und Wissen über den Unterschied zwischen Front- und Backend Grundvoraussetzung für den Eintritt in diesen Beruf sind: Für ein Praktikum sind sie es nicht.

Die Initiative sieht sich dabei als Bindeglied zwischen IT-Branche und Schüler*innen. Gemeinsam mit der Region Hannover, Partnern aus der Wirtschaft und Förderern entwickelte sie ein Bausteinkonzept, mit dem es Schülerinnen und Schülern möglich sein soll, schon mit dem ersten Pflichtpraktikum in der Schule sinnvoll in das Unternehmen eingebunden zu werden, ohne dabei große Voraussetzungen für den Beruf mitzubringen – einfach mal reinschnuppern also! IT ist eben nicht nur dieser stereotypische Nerd, der seine Aufgabe erledigt und am Ende einen Projektcode vorlegt. Bei der Podiumsdiskussion waren sich alle Teilnehmer darüber einig, welche Komponente im modernen IT-Beruf mit die wichtigste ist: Teamfähigkeit. Etwas, das wir alle in der Schule frühzeitig lernen sollten. Ein guter Ansporn für Carina, ihre Arbeit und mehr Weiblichkeit im IT-Beruf!

Fotos im Slider: Marcel Zeumer

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