Wie fühlst du dich gerade? Eher wie die empfindliche Geige oder doch wie die dynamische Trommel? Instrumente können Empfindungen einen Ausdruck verleihen. Ganze 50 stehen in der Therapeutischen Praxis von Ameli Bode bereit, um es mit Klängen anstatt mit Worten zu sagen.

„Einmal habe ich mit einem Neunjährigen seinen Ärger in der Schule nachgespielt“, erzählt Ameli. „Er ist mit einer riesigen Trommel in die Rolle des Lehrers geschlüpft und hat mir die winzigen, aber schrill klingenden Zimbeln für seine eigene Rolle zugewiesen. Damit habe ich dann versucht, erst erfolglos leise und dann immer lauter seine Aufmerksamkeit zu erreichen. Das war ein Aha-Erlebnis für ihn, weil er die Situation aus einer anderen Perspektive erleben konnte.“

Das Spezialgebiet der Musiktherapeutin sind Kinder und Jugendliche mit einer AD(H)S-Diagnose. „Während meiner Arbeit als Musikpädagogin habe ich immer wieder wahrgenommen, wie verzweifelt manche Eltern sind – vor allem, weil AD(H)S oft nur mit Medikamenten behandelt werden soll.“ Die betroffenen Kinder sind meist sehr impulsiv, leicht ablenkbar und haben einen starken Bewegungsdrang. Ameli hat ein besonderes Programm für sie entwickelt, das sich aus verschiedenen Therapiemethoden zusammensetzt. In der Musiktherapie können sie ihrem Gefühlseindruck instrumental einen Ausdruck verleihen und spielerisch ihre Konzentrationsfähigkeit trainieren. „Meist haben diese Kinder ganz viel Phantasie und Vorstellungskraft und diese Stärken will ich als Ressource nutzen. Am schönsten ist es, wenn die Eltern ganz überrascht sind, weil ihr Kind sonst nie so lange bei einer Sache bleibt.“

Die Leidenschaft für Musik war bei Ameli selbst schon früh geweckt. „Ich habe mit vier Jahren angefangen Geige zu spielen und wollte schon immer Musiktherapeutin werden“, erinnert sie sich. Sie studierte Lehramt mit dem Aufbaustudiengang Musiktherapie und gibt bereits seit elf Jahren Musikalische Früherziehung und Musiktherapie in verschiedenen pädagogischen und medizinischen Einrichtungen in Hannover. „Mehr als 2.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen konnte ich bereits die Welt der Musik näherbringen“, berichtet Ameli, die selbst Mutter ist, nicht ohne Stolz. Ihre eigene Praxis hat sie im August in der List eröffnet. Darauf hat sie lange gewartet: „Hier kann ich endlich alle Fäden zu einem großen Ganzen verknüpfen!“

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