Von links oben setzt ein Airbus A320 gerade zur Landung an. Rechts macht sich eine Boeing 737 auf ihren Weg zur Startbahn. Und mittendrin: Adrian Heyna mit seinem Aufsitzrasenmäher. Lebensmüde? Nein! Für ihn schlichtweg Alltag – und gleichzeitig sein Traumberuf. Als Straßenwärter hält er am Flughafen Hannover Straßen, Wege und Grünflächen in Schuss. Doch wie ist es, dort zu arbeiten, wo andere in den Urlaub fliegen?

„Direkt auf dem Rollfeld zu arbeiten, neben den startenden und landenden Flugzeugen – das ist schon eine spektakuläre Kulisse, aber meistens total ungefährlich“, erzählt er. Nur einmal ist es tatsächlich etwas brenzlig geworden. „Da war das landende Flugzeug schon ganz schön nah. Aber wir sind ja über Funk mit dem Tower verbunden – safety first.“

Doch von vorne: Adrian wuchs in der ländlichen Wedemark auf. Seine Verwandten betreiben einen Bauernhof. Das Trecker-Fahren wurde ihm quasi mit in die Wiege gelegt und damit auch die Leidenschaft für schwere Fahrzeuge und die körperliche Arbeit an der frischen Luft. „Kein Wunder, dass ich eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer gemacht habe. In dem Beruf habe ich anschließend auch ein paar Jahre gearbeitet – bis ich über einen Kumpel, jetzt Arbeitskollegen, von einer freien Stelle als Straßenwärter am Flughafen erfuhr“, erzählt der 27-Jährige.

Das Aufgabenprofil war ähnlich zum Garten- und Landschaftsbau. „Warum also nicht?“, dachte sich Adrian damals – und hatte Glück. „Viele können sich unter Straßenwärter zunächst überhaupt nichts vorstellen. Aber der Beruf ist total vielseitig. Wir bessern auf dem gesamten Flughafengelände Schlaglöcher aus, räumen Schnee, mähen Rasen, schneiden das Grün, erneuern die Verkehrszeichen und vieles mehr. Heute beseitigen wir zum Beispiel Wasserschäden an einer Grabenböschung, die abgerutscht ist.“ Bei Wind und Wetter ist Adrian dabei mit seinen schweren Fahrzeugen draußen unterwegs. „Aber den Regen merke ich mittlerweile schon gar nicht mehr“, lacht er. 

Hart im Nehmen und immer voller Einsatz: So ist Adrian inzwischen sogar Teamleiter und Ansprechpartner für die Azubis geworden, die mit ihrem Vorgesetzten voll und ganz zufrieden sind. Die Chemie unter den Kollegen stimmt. Gemeinsam planen sie sogar regelmäßig Reisen nach Mallorca – man sitzt ja bezüglich An- und Abreise an der Quelle. Ansonsten ist Adrian auch gerne in der Heimat: „Zu Hause gibt es immer genügend zu tun. Ich saniere zum Beispiel gerade eine Wohnung. Und außerdem trage ich eh lieber Arbeitshose als Jeans.“ Bodenständig und solide ist er also – und alles andere als abgehoben. Ganz anders, als die vielen Flugzeuge, die er täglich starten und landen sieht.  

Übrigens: Wer sich über eine Ausbildung zum Straßenwärter informieren und den Fuhrpark samt Fahrern einmal kennenlernen möchte, kann am Samstag, 26. Oktober, von 10 bis 14 Uhr zum Infotag kommen. Petzelstraße 84. Parkhaus P7.

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