Fünf Kinder, zwei Hunde, vier Katzen, selbstständig, alleinerziehend. Klingt stressig? Mag sein, aber bei Maren Ruf ist dem nicht so. In der Südstadt führt sie die Kinderboutique Jula B – als One-Woman-Show! Dabei ist sie eigentlich Volljuristin. Uns hat die 45-jährigen Hannoveranerin erzählt, wie sie das richtige Schnittmuster für ihre Work-Life-Balance gefunden hat.

Gut gelaunt, tiefenentspannt, voller Herzlichkeit führt Maren durch ihre liebevoll gestaltete Kinderboutique Jula B und freut sich auf die nächste Begegnung mit ihrer Kundschaft. Und die lässt selbst nach Ladenschluss nicht lange auf sich warten. Eine junge Mutter klopft an die Tür. Sie braucht ein Geschenk zur Geburt des Sohnes ihrer besten Freundin, ein Oberteil mit Namen, selbstgenäht von Maren. Ein weiterer Auftrag, mit dem die Inhaberin ihre Designerqualitäten unter Beweis stellen kann. Sie liebt das Nähen und Schneidern – ein eher spät entdecktes Hobby. „Irgendwann fand ich unter dem Bett die alte Nähmaschine meiner Oma wieder. Ein ganz altes Stück, gefühlt so schwer wie ein Kleinwagen, aber sie funktionierte. Und dann ging‘s los“, erzählt Maren. Ihre Kinder waren die ersten, die sie benäht hat, als sie Babys und im Kleinkindalter waren – mit Oberteilen, Hosen, Kleidern, Jacken, Accessoires. „Ich habe Nähen und Schneidern ja nicht gelernt“, sagt sie. „Aber ich war sofort Feuer und Flamme!“

Maren baute sich zu der Zeit ein Netzwerk auf, in den Kinderläden und Schulen ihrer Kinder, von dem sie heute lebt und das ihr ermöglichte, Jula B – die Boutique für Selbstgenähtes, Stoffe und Zubehör – im Herzen der Südstadt aufzumachen. Geplant war das alles nicht. Maren ist eigentlich Volljuristin. Doch die Faszination fürs Nähen ist einfach größer: „Ich kann mich kreativ austoben. Am liebsten höre ich meine Kunden sagen: ‚Hier hast du den Farbton – und jetzt mach‘ einfach mal!“ erzählt sie. „Und natürlich die tollen Kontakte mit meinen Kunden. Das macht einfach Riesenspaß.“ Außerdem kann sie ihren Beruf so perfekt mit ihrem Privatleben vereinbaren: „Wer kann schon seine Arbeits- und Öffnungszeiten an die Trainingszeiten seiner Kinder anpassen?“, sagt die Alleinerziehende nicht ohne Stolz. Ihre Kinder, zwischen 10 und 18 Jahren alt, kommen immer mal vorbei. Ihr Ältester, Yannick , übernimmt auch mal im Notfall und hütet den Laden. Eine Website von Jula B gibt es nicht – und das ist auch so gewollt: „Ich lebe von dem direkten Kontakt hier in der Boutique und in meinem Umfeld.“

Bei der Frage nach ihrer abgeschlossenen juristischen Ausbildung wird sie nachdenklich, aber nur kurz: „Richtig losgelegt habe ich in diesem Beruf nie, dennoch bin ich mit dem Thema noch nicht fertig. Irgendwas will ich damit noch machen, aber momentan ist es gut wie es ist. Der Laden, meine Arbeit – es passt alles perfekt zu unserem Leben.“ Ungeplant zwar – dafür aber eben maßgeschneidert.

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