Sie redet gern – nicht zu viel und nicht zu wenig. Sie weiß, was zu sagen ist – in schönen und in traurigen Momenten. Sie findet die passenden Worte – für Paare, Eltern, Angehörige. Nadine Weske ist mit Wortgewand(t) freie Rednerin in Hannover und Umgebung. Von Hochzeiten bis zu Trauerfeiern gibt sie den Anlässen eine besondere Note und begleitet die Menschen bei ihren ganz persönlichen Erlebnissen. Eine Ehre, aber auch eine Verantwortung.


„Der erste Gedanke mich als Rednerin selbstständig zu machen, kam mir auf einer Beerdigung“, erinnert sich Nadine. „Der Nachruf war so schlecht, dass ich dachte, ich würde es aus dem Stehgreif besser machen.“ Gesagt. Getan.

Ihr erstes Mal war Walter. Die Anfrage kam aus dem Bekanntenkreis. Es war eine Urnenbestattung. Die Trauergemeinde stand am Grab – mal schmunzelnd, mal weinend – als Nadine dem Mann mit ihren Worten einen würdigen Abschied bereitete. Danach häuften sich die Anfragen. Zunächst eher Freundschaftsdienste, 2016 macht es die gelernte Sozialpädagogin dann offiziell.

Neben ihrer Tätigkeit in der Drogenberatung und Suchtprävention baute sich Nadine ein zweites Standbein auf. Seitdem redet sie mit ihrer ehrlichen, direkten und empathischen Art auf Hochzeiten, Jubiläen, Willkommensfesten und Trauerfeiern. Letztere sind ihr ein besonderes Anliegen – vor allem die von Kindern. Warum? „Ich habe 2015 selbst ein Kind verloren und weiß, wie tief der Schmerz sitzt“, öffnet sie sich. „Es ist wichtig, dass man sich heilsam verabschieden kann. Hier gibt es keine Tabus. Es kommt vor, dass Eltern gerne bunte Ballons mit an das Grab bringen wollen, oder auf Picknickdecken neben ihrem Kind sitzen. – ein erstes und ein letztes Mal“, sagt sie. „Jeder verarbeitet seine Trauer anders.“ 

Darüber hinaus ist sie im Verein Leere Wiege aktiv und hält die Rede bei der Beerdigung von Sternenkindern – kostenlos. „Erst seit 2013 ist es erlaubt, auch Bestattungen für totgeborene Kinder unter 500g Körpergewicht durchzuführen“, erklärt Nadine. „Oft kommt es vor, dass Eltern ihr Kind nicht bestatten und es auch nicht zu Gesicht bekommen. Dabei ist das so wichtig. Auch diese Eltern haben einen Verlust erfahren und wollen sich verabschieden.“ Allerdings keine leichte Aufgabe. „Es ist mir eine Ehre, die Bestattungen zu planen und zu begleiten und andererseits auch eine enorme Verantwortung“, sagt sie. „Schließlich kann man diesen Moment nicht wiederholen. Da muss jedes Wort sitzen.“



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