„Vor sechs Jahren wollte ich eigentlich nur mal schnell ein Handy kaufen. Aber dann habe ich diesen großen, reduzierten Fernseher gesehen – super zum Playstation Zocken. Da musste ich einfach zuschlagen. Einziges Problem: Mein Auto war viel zu klein. Auch ins Großraumtaxi passte das gute Stück nicht rein. Eine Lieferung vom Händler dauerte zu lange und im Lager unterstellen konnte ich den Fernseher auch nicht, weil ich ihn sofort zum Mitnehmen gekauft hatte. Ich musste das Teil also irgendwie nach Hause kriegen – nur wie? Die Lösung war nach vielem hin und her letztendlich eine Autovermietung und ein guter Freund“, erzählt Joseph Botros. Eine Notsituation, die den gelernten Speditionskaufmann auf eine Idee brachte und schließlich zum Geschäftsführer vom Möbeltaxi Hannover machte. 

Damals dachte sich der 35-Jährige, dass er sicher nicht der Einzige ist, der spontan eine Transportmöglichkeit für Möbel oder andere Utensilien benötigt. Warum also kein Geschäftsmodell daraus entwickeln? Von seinen Angehörigen wurde er zunächst belächelt – schließlich gibt es schon massenhaft Umzugsunternehmen in Hannover. Von der Bank gab es kein Geld. Doch Joseph glaubte an sich und seine Idee, gestaltete mit Hilfe eines Freundes eine Internetseite, verteilte massenhaft Flyer und bekam schnell die ersten Anfragen.

Die Entwicklung seitdem verlief rasant. „Am Anfang habe ich tagsüber selbst die Möbel geschleppt und spät abends E-Mails beantwortet. 16 Stunden waren da keine Seltenheit“, erzählt er. Aber der Erfolg motivierte ihn. Pro Jahr kamen zwei neue Fahrzeuge und weitere Mitarbeiter hinzu, sodass er inzwischen hauptsächlich vom Büro direkt am Braunschweiger Platz die Aufträge plant. Zumindest insoweit plant, wie es eben geht, denn das Markenzeichen seines Möbeltaxis ist die Spontanität. „Wir garantieren eine maximale Reaktionszeit von ein bis zwei Stunden – manchmal können wir auch in einer halben Stunde beim Einsatz sein“, erklärt er.

Okay, aber wer bucht denn so kurzfristig einen Umzugswagen – solche Termine stehen doch lange im Voraus fest? „Man glaubt gar nicht, wie viele Leute spontan etwas transportieren müssen. Wir hatten schon Paare, die sich getrennt haben oder WGs, die jemanden rausgeschmissen haben – da musste es dann schnell gehen. Meine Lieblingsgeschichte ist jedoch, als wir von der Polizei zu einer Wohnung gerufen wurden, die unter Wasser stand. Während die Frau versuchte ihre Kinder zu beruhigen, war der Vater nur damit beschäftigt Fernseher und Playstation zu retten.“ Skurrile Situationen, die neben dem Transport von einzelnen Möbelstücken, ganzen Wohnungseinrichtungen oder der Entrümpelung einer Messiwohnung für Joseph und sein Team dazugehören und in Hannover an jeder Ecke lauern. „Jeder Tag ist wie eine bunte Tüte – aber das macht es auch so spannend.“

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