Abgehoben? Das ist Dr. Gerald Schillig nur am Wochenende. Denn dann geht es für den Zahnarzt aus Hannover nach Prophylaxe, Zahnreinigung und OP ab ins Flugzeug. Und zwar auf den Pilotensitz. Fliegen als Hobby – ein Ausgleich zu seiner Arbeit in der Zahnklinik PODBI344, direkt an der Noltemeyerbrücke. „Vielleicht wäre ich sogar Pilot geworden, wenn ich den Flugschein früher gemacht hätte. Aber jetzt bin ich schon seit 26 Jahren Zahnarzt und für mich ist der Beruf die perfekte Symbiose aus Handwerk und geistigem Hintergrund“, erzählt er. Wir haben uns in die Nähe von Bohrer und Spritze gewagt.

Die Frage, die man sich bei einem Zahnarzt klischeemäßig stellt: Man muss doch als Sadist geboren sein, um diesen Beruf tatsächlich ausüben zu können? Bei Gerald war es anders. „Ich komme aus einem kleinen Dorf – da fehlten schlichtweg vernünftige Alternativen. Also habe ich mich entschieden, Zahnarzt zu werden. Glücklicherweise bekam ich über die Bundeswehr die Möglichkeit dazu. Denn mein Abitur reichte für ein normales Studium nicht aus.“

Für Gerald der absolut richtige Weg. Inzwischen ist er seit 1993 selbstständig. Seine Praxis, die auf Implantologie spezialisiert ist, erstreckt sich über zwei Etagen. Große Glasfronten, moderne Einrichtung, kein typisch-weißes Wartezimmer mit unbequemen Stühlen, sondern gemütliche Sessel stehen dort. „Das gehört bei uns zum Konzept. Wir verstehen uns als Dienstleister und möchten den Patienten den bestmöglichen Service bieten. Dazu gehört das gemütliche Wartezimmer genauso wie gute Information, unsere Öffnungszeiten am Samstag oder schlichtweg Freundlichkeit“, erklärt Gerald.

Und das Konzept geht auf. Die Patienten kommen nicht nur aus der Nachbarschaft, sondern teilweise von weit her. Zwölf Stunden Arbeitszeit pro Tag sind da keine Seltenheit. Wie hält man das denn langfristig durch? „Anders als bei Pillen, die erst nach einigen Tagen anschlagen, tritt der Erfolg nach einer Behandlung bei uns direkt ein. Wenn die Patienten dann auch ein unmittelbares Feedback geben, ist das eine enorme Form von Befriedigung.“ Glauben wir, aber kommen Freizeit und Familienleben dabei nicht trotzdem zu kurz? „Nein!“, klärt Gerald auf. Denn Ehefrau Henriette arbeitet praktischerweise gleich mit im Betrieb. „Das schafft nochmal ein ganz anderes Verständnis füreinander und man hat abends viele berufliche Dinge, die man besprechen kann – aber auch andere. Bislang ist es noch nicht eintönig geworden“, schmunzelt er. Und wenn es doch mal zu stressig wird, holt das Fliegen ihn ja auch immer wieder runter.

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