„Augenoptiker – das sind nicht nur die netten Mädels und Jungs im Laden. Das ist richtiges Handwerk, wo es auch mal laut zugeht“, erzählt Petra Müller. Und sie muss es wissen. Als Augenoptikerin mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung bearbeitet sie zusammen mit ihren Kollegen bei becker+flöge täglich rund 400 Brillengläser für 30 Filialen in Hannover und Umgebung. Bearbeiten, das heißt Gläser bestellen, Form und Stärke kontrollieren, schleifen, in die Fassung einsetzen und vieles mehr. Warum Sonderwünsche ihr dabei am meisten Spaß machen, hat Petra uns in der Werkstatt in der Lister Meile erzählt.

„Ich habe schon immer gerne gebastelt und mit meinen Händen gearbeitet. Und meine erste Brille habe ich mit 13 bekommen. Da erschien mir die Ausbildung zur Augenoptikerin ganz passend“, erzählt die gebürtige Kölnerin, die in der Nähe von Burgdorf aufgewachsen ist und jetzt seit 32 Jahren in Hannover lebt. Nach der Lehre in Celle und einer Kinderpause entwickelte sich ihr anschließender Lebenslauf in der Landeshauptstadt durchaus turbulent. „Nachdem meine Tochter in den Kindergarten kam, habe ich in mehreren inhabergeführten Betrieben gearbeitet, teilweise auch außerhalb von Hannover. Mein Ziel war es aber immer, wieder einen tollen Job in Hannover zu bekommen.“

Umso glücklicher war sie, als sie vor zweieinhalb Jahren eine neue Aufgabe bei ihrem heutigen Arbeitgeber und damit einem größeren Unternehmen fand. Nicht nur, weil der Arbeitsplatz nur drei Minuten Fußweg von der gemeinsamen Wohnung mit Ehemann Stefan entfernt liegt. Sondern auch, weil die Werkstattarbeit einfach Petras Ding ist: „Klar, teilweise fehlt mir das direkte Feedback vom Kunden, das ich früher im Laden hatte. Theoretisch könnte ich auch jederzeit dorthin zurück. Aber die Werkstatt hat andere Vorteile, die ich nicht missen möchte. Ich kann anziehen, was mir gefällt. Ich habe super Arbeitszeiten und wenn ich Feierabend habe, habe ich Feierabend. Dann gibt es keine offenen Projekte mehr, die mich noch beschäftigen. Außerdem kann ich wieder viel mit meinen Händen arbeiten.“

Letzteres ist auch der Grund, weshalb gerade die Spezialaufträge von Kunden Petras Lieblingsbeschäftigung sind. Hier reicht es nicht, Daten in einen Computer oder eine Maschine einzugeben. Hier wird noch per Hand gesteuert und geschliffen. „Man muss mit dem Kopf dabei sein und sich konzentrieren“, erzählt sie. Für Petra die perfekte Mischung.

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