Ostern steht vor der Tür: An diesem Wochenende spielen Eier bei uns eine wichtige Rolle – zum Essen, Bemalen, Suchen. Das hat Tradition. Für Familie Gosch ist das anders: Auf ihrem Hof in Isernhagen dreht sich 365 Tage im Jahr alles ums Ei – und um Ostern ist es besonders stressig. Trotzdem haben wir sie kurz vor den Festtagen besucht und schauen hinter die Kulissen der Eierproduktion …

Klaus Gosch ist sein Leben lang Landwirt – so wie sein Vater und dessen Vater auch schon. Bereits als Kind hat er auf dem Eierhof unterstützt. Als er ihn übernahm, hatte er irgendwann genug von dem Federvieh und baute lieber Erdbeeren an. Doch die Konkurrenz war groß, die Bedingungen wurden immer härter. Vor drei Jahren kam dann Sohn Gorden nach seinem Studium der Agrarwirtschaft mit der Idee um die Ecke, Hühner in Freiland zu halten. Gesagt. Getan. In Isernhagen sorgte das zunächst für Gegenwind. 900 Stimmen hatten die Anwohner gegen die Hühnerhaltung gesammelt – aus Unwissenheit. Die Familie betrieb Aufklärung und der Stall durfte letztendlich gebaut werden.

„Im Moment kitzeln wir den Hühnern die Eier förmlich aus dem Hintern und liefern direkt aus.“

Klaus Gosch

6.000 Hühner zählt die Herde. Jedes Huhn hat fünf Quadratmeter für sich. Es gibt einen Wintergarten und einen Kaltscharrraum – das ist mehr, als es die Auflagen für die Bio-Haltung vorschreiben. Es sind glückliche Hühner hier am Rande von Hannover. Jeden Tag legen sie bis zu 5.700 Eier in die Voliere – wenn es gut läuft. Zwei bis drei Mitarbeiter sortieren nach Größen und verpacken dann – von S bis XL. „Die Leute denken immer, die dicken Eier seien die besseren“, weiß Klaus. „Aber um ehrlich zu sein, ist das Eigelb bei den S-Eiern im Verhältnis viel größer. Als Kenner würde ich immer die Kleinen kaufen.“

Ja, Klaus kennt sich wirklich aus. Ihm geht es um Qualität – und das wissen auch die Kunden. Der Eierhof Isernhagen beliefert neben zahlreichen Edekas in Hannover auch große Bäckereiketten, Hotels und bietet natürlich auch einen Hofverkauf an. Jetzt vor Ostern klingelt permanent das Telefon. Die Nachfrage ist enorm.

„Im Moment kitzeln wir den Hühnern die Eier förmlich aus dem Hintern und liefern direkt aus“, erklärt Klaus, während er im Selbstbedienungsladen die Kartons aufräumt. „Frischer gehts nicht. Die Eier sind teilweise noch warm, wenn Gorden ausliefert.“ Hättet ihr es gewusst: Wenn sich ein Ei schlecht pellen lässt, hat das nichts damit zu tun, wie man es gelagert oder gekocht hat. „Je frischer die Eier, desto schlechter lassen sie sich pellen“, verrät uns Klaus.

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