Früher füllte sie hauptsächlich Hörsäle, heute hängt ihr die ganze Stadt an den Lippen: Annika Schach ist Kommunikationschefin der Stadt Hannover. Uns hat die zweifache Mutter verraten, warum man sich in der schnelllebigen Welt der Informationen immer Zeit für Maniküre nehmen sollte…

Man plant die Kommunikation, vereinbart Interviewtermine und veranstaltet Pressegespräche. Doch Annika Schach weiß: „Von manchem wird man in der Kommunikation schlicht auch überrascht. Das macht es so spannend“. Als Professorin für angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover bereitete sie verschiedene Semester nach bestem Wissen auf die Herausforderungen der Branche vor. Praxiserfahrung sammelte sie als Beraterin in diversen Agenturen und Unternehmen. Und nun ist sie das Sprachrohr der Stadt. Auch das war eher ungeplant. Als die Stelle der Leitung des Bereichs Kommunikation vakant war, wurde sie von einem Bekannten auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht. „Ich dachte erst, ich solle jemanden aus meinem Netzwerk empfehlen“, erzählt die 41-jährige. „Schnell wurde mir aber klar, dass es der beste Kommunikationsjob in Hannover ist. Das liegt an den spannenden Themen und der guten Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister und den Kolleg*innen.“

Grundsätzlich könnten sich einige Unternehmen eine Scheibe von der städtischen Verwaltung abschneiden, findet die Kommunikationsexpertin. Denn während man in der Wirtschaft oftmals über den Stellenwert der Kommunikation diskutiert, sei es bei der Stadt Hannover selbstverständlich, Entscheidungen publik zu machen. Doch auch die Imagepflege der Stadt darf bei allen aktuellen Themen nicht unter den Tisch fallen: „Dass Hannover die „graue Maus” unter den Großstädten der Republik sein soll, kann ich nicht mehr hören“, so Schach. Hannover hat so viel zu bieten, wir sind eine weltoffene und grüne Stadt, prämiert mit dem Nachhaltigkeitspreis 2018. Hannover ist nicht grau, sondern bunt und vielfältig.”

Hannover ist nicht grau, sondern bunt und vielfältig.

Annika Schach

Online- und Social-Media-Kommunikation ist ein wichtiger Bereich auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt geworden. „In meiner jetzigen Position nutze ich meine persönlichen Accounts anders als vorher, denn sie werden anders wahrgenommen“. Ein alter Tweet zur Vorliebe für Mittagsschlaf sorgte beispielsweise bei der Vorstellung als Stadtsprecherin im Rathaus erst einmal für Diskussionen. „Dennoch gebe ich noch persönlichen Einsichten in meinen Job und mein berufliches Leben“, so Schach.

Worauf kommt es also in der Kommunikation an? „Wohlüberlegtes Handeln, aber auch Flexibilität“, weiß Annika Schach. Außerdem müsse man immer mit allen Eventualitäten rechnen – auch mit spontanen Fotoshootings. Wer genau hingeschaut hat, erkennt, dass die Hände auf dem Titelbild der HAZ dieselben sind, die diese halten. Diesen praxisnahen Tipp habe sie den PR-Studierenden schon immer mit einem Augenzwinkern gegeben: „Vor jedem Pressetermin lieber noch einmal die Nägel machen.“ Man weiß ja nie.

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