Hier geht es um die Bohne: Als Röstmeister in der Hannoverschen Kaffeemanufaktur ist Tristan Werner mehr als ein stinknormaler Kaffeeproduzent. Da steckt Herz drin – das schmeckt und riecht man auch.

Als ich das Ortsschild Heessel passiere steigt mir bereits ein Geruch von Kaffee in die Nase – die Rösterei muss ganz in der Nähe sein. Ich halte an einem alten Backsteingebäude, trete ein und sehe als erstes einen Berg von Jutesäcken aus Guatemala, Brasilien und El Salvador. Nur die beste Qualität. „Wir testen immer wieder Bohnen unterschiedlichster Herkunft“, erklärt Tristan. „Mit der perfekten Kaffeebohne fängt schließlich alles an.“

Und mit echter Handarbeit geht´s weiter: Nach und nach füllt Tristan die frischen Bohnen in einen Behälter, bis die Waage exakt 75 Kilo anzeigt. Dann geht´s ans Rösten. Tagtäglich werden in der Maschine 499 Kilogramm Bohnen geröstet – und zwar sortenrein. Ist das so besonders? „Ja, jede Sorte braucht eine andere Behandlung“,  erklärt Tristan. Die Industrie fertigt in der gleichen Zeit ein Zigfaches an Kaffee. Nicht nur wegen der größeren Anlagen, sondern auch wegen des Verfahrens. „Aber wir rösten hier im Langzeit-Trommelröstverfahren: 185 bis 190 Grad, 18 bis 22 Minuten – das dauert länger, ist auch aufwändiger, aber dafür besonders schonend.“ Anschließend füllt er die Bohnen in Metallbehälter ab, damit sie auskühlen können. Parallel läuft schon die nächste Röstung. Tag für Tag. Feierabend kennt er nicht. Nach getaner Arbeit sitzt er oft mit Geschäftsführer und Kumpel Andreas Berndt zusammen. Die Gespräche drehen sich meistens um die kleine Bohne. 

So hat damals auch alles angefangen: Bei einem Lehrgang zum Diplom-Kaffeesommelier in Wien lernt der gebürtige Thüringer Andreas Berndt kennen. Die beiden sind auf einer Wellenlänge, vertreten die gleiche Röstphilosophie. 2016 holt Berndt ihn in sein kleines Familienunternehmen nach Hannover – genauer gesagt nach Heessel. „Ich habe nicht eine Sekunde gezögert. Das war genau das, was ich schon immer machen wollte“, sagt Tristan. „Ich habe meinen Traumjob gefunden. In der Welt des Kaffees bin ich zu Hause.“

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