Sie sind bunt, sie haben organische Formen und sie sind quasi für die Ewigkeit geschaffen: die Werke des Keramikkünstlers Guido Kratz. In seinem Atelier in der List fertigt er Bilder, Objekte, Fliesen und Pflastersteine an. Wir haben ihn vor Ort besucht.

„Keramiker ist einer der ältesten Handwerksberufe überhaupt“, erzählt Guido Kratz und fügt hinzu: „Aber ich weiß, dass ich eine aussterbende Spezies bin. Wenn ich eine Tasse anfertige, dauert der Prozess mit Trocknen und Brennen bis zu drei Wochen. Das ist nicht rentabel.“ Deshalb stellt der gelernte Keramikmeister, der früher mit seinem Geschirr bundesweit auf Märkten unterwegs war, mittlerweile Baukeramik wie Fliesen, Waschbecken und Möbel als Auftragsarbeiten her. „Zudem arbeite ich an Kunstprojekten und gebe Teambuilding-Workshops für Unternehmen. Damit bin ich gut beschäftigt, denn ich stelle alles selbst her.“ Sogar ein Brennofen steht in seinem 160-Quadratmeter-Atelier in der List.

Der gebürtige Frankfurter ist nach seiner Schulzeit in eine Künstlerkommune gezogen und hat sich dort für Keramik begeistert. „Es ist ein faszinierendes, universelles Material. Man kann es in jede Form bringen, es ist härter als Stahl und sehr witterungsbeständig. Wenn ich meine Kaffeetasse jetzt in der Erde vergrabe, existiert sie in tausend Jahren immer noch. Davor habe ich Respekt“, erklärt Guido Kratz, der sich in den 80er-Jahren als Keramiker selbstständig gemacht hat. Sein Markenzeichen: bunte Farben, die für Keramik in Deutschland eher selten sind.

In Hannover lebt und arbeitet Guido Kratz seit rund 24 Jahren. „Die Umstellung war zuerst schwer und bis heute vermisse ich den Dialekt. Aber Hannover ist eine ideale Mischung aus Stadt und Land. Man braucht kein Auto, hat viel Grün und ein großes kulturelles Angebot. Nicht zuletzt ist die Tango-Argentino-Szene sehr gut“, betont der leidenschaftliche Tänzer.

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