Großgeworden in einer Wirtsfamilie in Walsrode, stand der damals 6-jährige Niklas Brandt auf einem Barhocker hinter dem Tresen und zapfte sein erstes Bier. Heute ist er  in Hannovers ältester Bierbrauerei für die Rezeptur und Zusammensetzung des Gerstensaftes verantwortlich. Es klingt, als musste es so kommen. Dabei war Niklas beruflicher Werdegang eher Zufall …

„Ich habe keinen besonderen Bezug zu Bier gehabt, nur weil meine Eltern ein Wirtshaus hatten“, erklärt Niklas. „Das Interesse entwickelte ich erst später.“ Auch das Schulpraktikum in einer Gastbrauerei wählte er nicht aus Leidenschaft zum Getränk sondern eher aus Bequemlichkeit: Die Familie eines Kumpels bot ihm die Stelle an, er hatte nichts anderes und brauchte sich nicht weiter umsehen – wie praktisch. Nach den zwei Wochen hatte es ihm der Gerstensaft allerdings angetan. In seinem Zimmer startete er die ersten Versuche, ein eigenes Bier zu brauen. „Das Ergebnis schmeckte scheußlich“, erinnert sich der heute 31-jährige. „Beim zweiten Mal klappte es schon besser.“

“Verkostproben gehören zu meinem Job.”

Was Niklas in seinem Kinderzimmer schon ahnte, bestätigte sich im Studium zum  Master of Science Brauerei und Getränketechnologie: Für ein gutes Bier braucht man mehr, als ein Baumwolltuch über einer Stuhllehne und eine willkürliche Masse aus Hopfen und Malz. Grundsätzlich besteht ein Bier nach dem Reinheitsgebot zwar immer aus den gleichen Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe. Aber durch die Auswahl der Substanzen, die Zusammensetzung der Malze und den Herstellungsprozess entwickelt jede Brauerei seine eigene Rezeptur und damit seine eigene Note.

Seit 2016 arbeitet der zweifache Familienvater als Bierbrauer bei der Gilde Brauerei GmbH in dem bekannten Backsteingebäude an der Hildesheimer Straße und verantwortet die Produktionsprozesse. „Wir arbeiten mit natürlichen Rohstoffen. Die sind aufgrund unterschiedlicher Faktoren nicht immer gleich“, erklärt der Bierbrauer. Aufgabe ist es, an den richtigen Schrauben zu drehen, damit in jeder Flasche das gleiche ist. „Bevor ich das Bier nicht abgesegnet habe, verlässt das Produkt nicht unseren Hof“, garantiert er. „Dafür muss ich täglich Verkostungsproben entnehmen. Das gehört zu meinem Job.“ Biertrinken als Beruf? Dann Prost!

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