Während er in der Musikgemeinde Nauheim mit seinem Berufszweig nur einer von vielen war, ist er in Hannover ein Unikum: Morten Fürstenberg ist Fagottbauer – und das in Heimarbeit. Treibende Kraft für die berufliche Entwicklung war – wie so oft – die Liebe. Aber fangen wir von vorne an…

 

Der gebürtige Däne kommt als Teenager mit seiner Mutter nach Nauheim – sie hatte dort einen neuen Lebenspartner kennengelernt. Morten beginnt 1985 die Ausbildung zum Instrumentenbauer. „In der Gegend machst du entweder etwas mit Musik oder mit Autos“, lacht Morten. „Ich entschied mich für Musik.“ Den Vertrag schließt er, wie im Handwerk so üblich, per Handschlag. Nach der dreieinhalbjährigen Lehre wird er vom Betrieb übernommen, repariert diverse Blasinstrumente und spezialisiert sich auf das Fagott. „Warum weiß ich ehrlich gesagt auch nicht“, sagt er. „Ich glaube es ist wie in jedem Job: Du entwickelst irgendwann deine Vorlieben und wirst dadurch dann zum Experten auf dem Gebiet“. Das wird ihm kurze Zeit später zum Verhängnis.

 

2012 lernt er jemanden kennen. Sie kommt aus Hannover. Es wird ernst. Doch ein Umzug in die niedersächsische Landeshauptstadt ist lange nicht möglich – aus beruflichen Gründen. „Es gibt dort etwa zwei Firmen, die Instrumente reparieren, aber die haben ja auch nicht auf mich gewartet.“ Aber die Liebe sucht sich einen Weg. „Ich habe in Markneukirchen mit der Firma Schreiber einen Arbeitgeber gefunden, der mir Heimarbeit ermöglicht“, berichtet er. 2015 richtet er sich also in Hannover eine eigene Werkstatt ein. Die nötigen Werkzeuge und Geräte hat er bereits. Von hier führt er die eingehenden Aufträge aus: jede Woche schickt ihm Schreiber einen Bausatz, nach rund einer Woche ist das Fagott fertig und wird per Kurier zurück nach Markneukirchen geschickt. Die Arbeit kann er sich selbst einteilen. „So kann ich Privates und Berufliches unter einen Hut bringen“, freut sich Morten. „Und für mich und meine Familie war die Möglichkeit wie ein kleines Happy End.“

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